Entzug der Auswärtsdauerkarten ist ein fatales Signal des Vereins im Kampf gegen Rechts

Borussia Dortmund entzieht seinen Ultra-Gruppierungen die Auswärts-Dauerkarten für die neue Saison. Diese Nachricht zog in der vergangenen Woche ihre Kreise. Das Vorgehen des Vereins muss dabei insbesondere als Reaktion auf die zuvor vom DFB-Sportgericht ausgesprochene Strafe verstanden werden, wonach dem BVB bei erneuten Vorfällen – insbesondere pyrotechnischer Natur – eine Teilsperre der Südtribüne im folgenden Heimspiel droht. Zudem muss der BVB 75.000 Euro Strafe für Vorfälle aus insgesamt vier Spielen zahlen.

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Stellungnahme zum Wintertrainingslager

Wie Ende November bekannt wurde, wird Borussia Dortmund das Wintertrainingslager diese Saison in Dubai absolvieren. Diese Entscheidung weg vom spanischen La Manga ist sehr erstaunlich, hatte die Borussia doch noch Anfang des Jahres verlauten lassen, „ethische und soziale Standards“ seien wichtig und es würde „kein Spiel in einem Land absolviert, das breite Schichten der Bevölkerung diskriminiert, ihnen das Stadionerlebnis verbietet und sich einem Dialog über das Thema Menschenrechte kategorisch verweigert“. Eben diese Aussage wurde im Rahmen von Diskussionen um Bayerns Testspiele in Qatar und Saudi-Arabien getätigt. Allerdings stehen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), zu denen das Emirat Dubai gehört, solchen und anderen Staaten in der Diskriminierung von Frauen, Ausländern und nicht heterosexuellen Menschen in nichts nach.

So können homosexuelle Handlungen dort mit bis zu 10 Jahren Haft oder sogar der Todesstrafe geahndet werden. Auch der Ausschluss von Frauen von fast allen öffentlichen Ämtern und Veranstaltungen, die spätestens seit der WM-Vergabe an Qatar bekanntgewordenen menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen für Ausländer und die Unterdrückung von oppositionellen Stimmen in einem autokratischen System, steht in krassem Gegensatz zur antidiskriminierenden Satzung Borussia Dortmunds. Auch das Einreiseverbot für Juden und Israelis (oder Menschen die im Verdacht stehen welche zu sein), sollte einen Verein, der seit mehreren Jahren diverse Shoa-Gedenkstätten aufsucht, aufhorchen lassen.

So schön und gut es ist, sich in der eigenen Umgebung mit ethischen Standards zu rühmen und dort auch durchaus gute Arbeit zu leisten, der Blick darf nicht an der eigenen Stadt- oder Landesgrenze enden. Gerade in der globalisierten, vernetzten Welt von heute muss man, wenn man sich solche Grundsätze auf die Fahne schreibt, diese auch konsequent global hochhalten.

Wer von sich behauptet, und dies auch noch im Kontext dieses Trainingslagers, „lukrative Angebote“ ausgeschlagen zu haben, durch das Ablehnen „mehrere[r] Testspiel-Offerten aus Ländern in denen die Menschenrechts-Situation nicht mit den Maßstäben von Borussia Dortmund in Einklang zu bringen“ ist, der muss sich fragen lassen, ob er oben beschriebene Situation durchaus im Einklang mit den eigenen Maßstäben sieht oder einfach nur Augenwischerei betreibt.

Scheiß auf Menschenrechte - ab nach Dubai!
Scheiß auf Menschenrechte – ab nach Dubai!

Protest-Camp in Dortmund

Seit dem 9. Juni sorgt in Dortmund ein Protest-Camp von syrischen Geflüchteten für Aufsehen. Die Organisatoren konnten aus ihrer Heimat vor dem Islamischen Staat und den damit verbundenen kriegerischen Auseinandersetzungen entkommen und in Deutschland einen Antrag auf Asyl stellen. Deren Anträge befinden sich allerdings noch im Status der Bearbeitung. Die Protestierenden haben keine Gewissheit darüber, ob ihnen Asyl gewährleistet werden wird oder nicht. Die Bearbeitungsdauer von Asylanträgen ist in Dortmund wohl deutlich länger als an anderen Standorten. Die Betroffenen haben aufgrund des unsicheren Aufenthaltsstatus nicht die Möglichkeit ihre Familien legal nach Deutschland zu holen. Sie sind nach wie vor mit einem Alltag aus Krieg und Verfolgung konfrontiert. Spätestens Berichte von Familien, die während der schleppenden Verfahren vollständig in Syrien getötet wurden, machen die Dramatik unmissverständlich deutlich. Eine Situation, die sich die meisten Menschen in Deutschland derzeit wohl kaum vorstellen können. Ziel der Protestierenden ist, dass sich die Bearbeitungszeit beschleunigt. Einige der Geflüchteten warten schon mehr als acht Monate auf die Aufenthaltsgenehmigung. Des Weiteren richtet der Protest sich gegen das Dubliner-Abkommen, jene EU-Verordnung, die bestimmt, dass ein Asylgesuch nur in dem Land der jeweiligen EU-Einreise möglich ist und die Verantwortung für Asyl zu großen Teilen den südeuropäischen Länder zuschiebt.

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ballspiel.vereint! zieht ein positives Fazit aus den FARE – Wochen

Wir, die Initiative ballspiel.vereint!, sind begeistert ob der großen Resonanz unserer Aktionen während der „FARE People Action Weeks“. Die vielen positiven Rückmeldungen zu unseren Aktionen, aber auch die sehr gut besuchten Vorträge zeigen uns, dass unserer Arbeit viel Unterstützung entgegengebracht wird. Wir sind
mehr als zufrieden mit dem Verlauf der FARE Wochen in Dortmund und möchten an dieser Stelle das Vergangene Revue passieren lassen.

Natürlich begannen die Vorbereitungen bereits Wochen vor Beginn der Aktionswochen, sodass wir alle dem 07.10. entgegengefieberten, an welchem wir mit einem Vortrag über die Erinnerung an die Shoah im ehemaligen Distrikt Lublin in die FARE Wochen starteten. Der Vortrag war sehr gut besucht, mehr als 70 Menschen kamen ins BVB Lernzentrum im Süden des Westfalenstadions, um dem rund einstündigen Vortrag zu folgen. Der Vortrag berichtete den Zuhörer/innen über eine im Sommer stattgefundene Gedenkstättenfahrt in die im Osten Polens gelegene Stadt Lublin, bei der mehr als 30 BVB Fans die dortigen Stätten der Erinnerung an die Verbrechen der Deutschen besuchten. Der Abend wurde nach einigen Rückfragen an den Referenten und dem Hinweis auf die im nächsten Jahr erneut stattfindenden Gedenkstättenfahrten in das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz und in den ehemaligen Distrikt Lublin beendet.

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Wat is los am Spieltach-Samstach?

Die Vorfreude auf die Bundesliga steigt! Samstag geht es wieder los, der glorreiche Ballspielverein tritt im heimischen Westfalenstadion gegen die Fußballabteilung des Chemiekonzerns aus Leverkusen an. Als heimisch sehen wir allerdings nicht nur unser schwarz-gelbes Wohnzimmer an, sondern auch unsere Stadt. Und hier passieren am Samstag neben dem Spiel noch weitere schöne, aber auch widerliche Dinge. Fangen wir mit dem Schönen an:

Menschen unterschiedlichster sexueller Ausrichtungen feiern den alljährlich stattfinden Christopher Street Day (CSD) auf dem Reinoldikirchplatz. Bei dieser bunten Veranstaltung wird ein diskriminierungsfreies Weltbild proklamiert und gelebt. Ausgerichtet wird er vom slado e.V., aber auch die Rainbow Borussen, die fester Bestandteil von ballspiel.vereint! sind, werden dort am Start sein und freuen sich über Besuch. Die Auftaktkundgebung des CSDs startet um 14 Uhr, eine kleine Demonstration geht dann in die Nähe der Katharinentreppen, wo um 15 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden soll. Damit sind wir leider auch schon beim widerlichen Thema.

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Keep Football Dirty! Celebrate Rivalries, Fight Discrimination!

Sommerpause, die triste Jahreszeit für all jene, die dem runden Leder sonst im steten Rhythmus der Wochenenden hinterherreisen. Aus jener Tristesse und dem Schland-Rot-Goldenen Freudentaumel konnte eine rund 40-köpfige Reisegruppe, zusammengesetzt aus BVB-Fans verschiedenster Gruppierungen und Strömungen, für fünf Tage ausbrechen und hatte die Möglichkeit bei der 18. Auflage der „Mondiali Antirazzisti“ in der Nähe von Bologna an den Start zu gehen. Besonders im Fokus stand für die mitreisenden Akteure der Initiative ballspiel.vereint! dabei auch die Mitgestaltung des von Football Supporters Europe (FSE) veranstalteten europäischen Fankongresses, der erstmalig gemeinsam mit der Mondiali stattfand. Bei einer der Veranstaltungen des Fankongresses bekamen zwei Vertreter von ballspiel.vereint! bei einer Podiumsdiskussion unter dem Motto „Keep Football Dirty! Celebrate Rivalries, Fight Discrimination!“ die Möglichkeit, die Arbeit der Initiative, aktuelle Probleme und Zukunftsperspektiven vorzustellen. Neben ihnen waren auch Vertreter_innen anderer Fanszenen, die sich in ihrer alltäglichen Arbeit für eine Fanszene und Gesellschaft ohne Rassismus, Homophobie, Antisemitismus und sämtliche andere Formen von Ausgrenzung engagieren, an der Diskussion beteiligt. An dieser Stelle sollte ergänzend angemerkt werden, dass sich das Thema, auf Grund der Aktualität der Berichte und der vielfältigen Aktionsformen von Fans gegen Ausgrenzung, leicht verschob und der Fokus vor allem auf dem Austausch über verschiedenste Projekte und der Planung zukünftiger Vorgehensweisen lag.

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1.Mai Dortmund blockiert schwatz-gelb!

Für den 1. Mai 2014 hat der Dortmunder Kreisverband der Partei “Die Rechte” (Nachfolger der verbotenen Kameradschaft “Nationaler Widerstand Dortmund”, kurz: NWDO) zu einer großen Demonstration in unserer Stadt aufgerufen. Dieser gilt es entgegen zu treten, um einen Naziaufmarsch in Dortmund zu verhindern. Bereits zum wiederholten Male versuchen Neonazis ihre nationalsozialistische Ideologie auf die Straße zu tragen und in Dortmund ihren Müll zu verbreiten. Es liegt an uns, dies zu verhindern und als Bewohner*innen Dortmunds dem braunen Spuk ein Ende zu bereiten. Um das zu gewährleisten, hat sich ein breites Bündnis gefunden, dass sich zum Ziel gesetzt hat, durch Sitzblockaden eine Demonstration der Neonazis unmöglich zu machen. Das Bündnis “BlockaDO” setzt sich aus verschiedenen Spektren des gesellschaftlichen Lebens zusammen. Zum einen finden sich auf der Unterstützer*innenliste antifaschistische Gruppen wieder, zum anderen einige etablierte Parteien, Vereine und Einzelpersonen. Sie alle vereint das Ziel den Aufmarsch am 1. Mai effektiv zu blockieren. Dabei stützt sich das Bündnis auf die Erfahrungen der letzten Jahre. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass Neonazi-Aufmärsche am besten verhindert werden können durch eine große Zahl an Menschen, die dem Nazi-Aufmarsch entgegen treten und auf der Straße Platz nehmen, um gemeinsam friedlich den Faschist*innen den Weg zu versperren.

Wir als ballspiel.vereint! unterstützen den Aufruf des Bündnis BlockaDO den Naziaufmasch durch Sitzblockaden zu verhindern und als Zivilgesellschaft in Dortmund den Nazis den Raum zu nehmen, fremdenfeindliche Parolen zu verbreiten. Also schnappt euch eure Freund*innen, BVB-Fahne, Schal oder Trikot, ein gutes Fanzine oder einen Fußball, macht es euch auf der Demonstrationsroute gemütlich und verhindert den Aufmarsch der Rechtsradikalen. Sowohl in Dresden, Köln als auch vergangenes Wochenende in Berlin hat das funktioniert, warum sollten wir uns diese Aufgabe nicht zutrauen?

VFB Stuttgart – Borussia Dortmund // Borussia Dortmund 2 – Preußen Münster (14 Uhr Stadion Rote Erde)

Foto: Fanabteilung

Nächstes Wochenende ist es wieder so weit: Der Ballspielverein Borussia von 1909 gastiert beim VFB Stuttgart in Bad Cannstatt zum 28. Spiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft 2014.
Zu diesem Anlass werden am Samstag tausende Schlachtenbummler_innen den Weg zum Neckarstadion in Angriff nehmen, um ihren jeweiligen Verein nach Kräften zu unterstützen. Die im weiten Rund Anwesenden werden ihr Möglichstes dafür geben, dass die Vertreter ihrer Farben auf dem Grün mindestens einmal mehr als die Anderen das Runde im Eckigen unterbringen.
So weit die Theorie, in der Praxis sieht das allerdings anders aus!
Wiedereinmal sieht sich die Dortmunder Fanszene mit Eintrittspreisen jenseits des guten Geschmacks konfrontiert. Bereits im letzten Jahr mussten wir für den Besuch des Spiels zwischen dem VFB Stuttgart und dem Ballspielverein tiefer in die Tasche greifen, als es uns lieb war. Unter Protest taten es die meisten, wenn sie denn eine Wahl hatten, trotzdem.
Dieses Jahr nicht. Wiederholt kostet das Tagesticket für 90 Minuten Abstiegskampf des VFB für uns Fans aus Westfalen inklusive Vorverkaufsgebühren über 20 Euro. Diesen Umstand nehmen die Dortmunder Ultras rund um die Gruppe The Unity in dieser Spielzeit zum Anlass, auf den Besuch des Spiels der ersten Mannschaft des BVB beim VFB zu verzichten.
Stattdessen schlägt The Unity allen Schwarz-Gelben vor, mit ihnen das Spiel der Zweitvertretung des Ballspielvereins in der Roten Erde gegen Preußen Münster zu besuchen:

„Wir wollen am 29. März nicht auf ein Stadionerlebnis verzichten! Wir wollen an diesem Samstag nicht auf Borussia verzichten! Lasst uns an diesem Spieltag erneut die Rote Erde gemeinsam rocken. Jeder, dem die überteuerten Eintrittspreise des VfB zuwider sind, ist eingeladen sich uns anzuschließen. Jeder, der die weite Fahrt nach Stuttgart eh nicht eingeplant hatte, fühle sich aufgefordert zum Heimspiel an die Strobelallee zu kommen.“ (The Unity)

Es ist natürlich schwierig zu sagen, wie viel Geld ein Bundesligaspiel wert ist. Was sollte man bereit sein zu zahlen um ein Bundesligaspiel im Stadion verfolgen zu dürfen? Wo ist die Schmerzgrenze erreicht?
Das alles hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und ist am Ende immer wieder aufs Neue eine individuelle Entscheidung, die niemandem abgenommen werden kann.
Doch sollte auch klar sein, dass mit jedem Euro, die der Stadionbesuch teurer wird, die Entscheidung gegen das Spiel im Stadion einfacher wird. Kurzfristig lässt sich so etwas natürlich kompensieren. Wer am Samstag nicht nach Stuttgart fährt, wird ersetzt durch jemanden, der eine höhere Zahlungsbereitschaft an den Tag legt. Ein Gesetz des Marktes, das auch im Fußball nicht zu umgehen ist.

Die Vereine haben ein Monopol auf Eintrittskarten ihrer Heimspiele. Sie versuchen durch ihre Preispolitik ihre gegebenen Kapazitäten möglichst voll auszuschöpfen und dabei den größtmöglichen Gewinn zu erwirtschaften. Durch die Preispolitik, die der VFB Stuttgart nun fährt, wird Publikum, das für gewöhnlich die Tribünen bevölkert und belebt verdrängt und zahlungsfähigeres Publikum wird diese Plätze dafür einnehmen. Dieser Prozess beginnt natürlich nicht erst bei Preisen von 20,00 Euro und mehr, sondern ab dem ersten Euro, der als Eintritt verlangt wird.
Das besondere dabei ist nun jedoch, dass genau die Menschen vom Stadionbesuch absehen, die sonst das Stadion beleben, mit Fahnen bereichern und mit Gesängen das Spiel nach vorne treiben.
Es sind also genau die Menschen, die Bundesligafußball erst wirklich attraktiv machen.
Es ist eine unrühmliche Methode die der VFB anwendet um die schwarz-gelbe Kuh zu melken.

ballspiel.vereint! Unterstützt den Aufruf der Gruppe THE UNITY das Spiel unserer Profis beim VFB nicht zu besuchen und sich stattdessen lieber mit Freund_innen auf ein Bier in der Roten Erde zu treffen, um unsere Amateure gegen Preußen Münster siegen zu sehen.
Die Vereine werden erst aufhören an der Preisschraube zu drehen, wenn sie merken, dass durch ihre Preispolitik genau die Menschen aus ihrem Stadion ausgeschlossen wurden, die vorher Anreiz für viele andere waren das Stadion zu besuchen.
Love Borussia – Don’t be a cow!

Liebe und Respekt sind grenzenlos! To St. Petersburg with love and respect!

Jedes Wochenende stehen auf der Tribüne eine Mutter, ihr zehnjähriger Junge und hetero- und homosexuelle Freunde zusammen. Sie erzählte vor Kurzem nach einem Fußballspiel in der Kneipe, dass ihr Sohn auf die homophoben Äußerungen eines Mitschülers mit einer Frage reagierte: „Wie? Du kennst Schwule? Erzähl mir mehr!“ Kennt der Mitschüler wirklich schwule Menschen oder nur überlieferte Vorurteile über Schwule?

Lasst uns mehr miteinander, statt übereinander reden! Fragen stellen und durch die Antworten mehr voneinander zu lernen. Dafür ist es wichtig Orte und Gelegenheiten zu haben, wo sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe, Alters, sexueller Identität begegnen können. Überall haben wir die Chance dazu – lasst sie uns nutzen! Auch im Stadion.

Am heutigen Dienstag werden wieder viele Borussinnen und Borussen unterwegs sein und sind Gast in einem anderen Land. Es wird kulturelle Unterschiede geben, aber überall gilt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948: „ […] Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen. […]“ (Quelle)

Leider gibt es seit dem letzten Sommer in Russland – und in St. Petersburg ein wenig länger – ein Gesetz, dass es den Menschen verbietet in der Öffentlichkeit und in frei zugänglichen Medien positiv über Homosexualität zu berichten.

Die Folge ist, dass die sexuelle Aufklärung und das Einstehen für fundamentale Menschenrechte mit hohen Geldstrafen und auch Gefängnisstrafen sanktioniert werden. Menschen, die sich für die Grundrechte auch für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transidente einsetzen, erfahren durch Gewaltanwendung von Homophoben und staatlicher Exekutive am eigenen Leib, wie ein Grundrecht mit Füßen getreten, als auch mit Fäusten geschlagen wird. Viele Homohasser sehen das erlassene Gesetz als Freibrief für Gewalt gegenüber Homosexuellen an. Im Internet werden Gewaltakte gegenüber Schwulen in Videomitschnitten dargestellt. Es fehlt am grundlegenden Respekt gegenüber anderen Menschen. Das muss sich ändern!

Auch in Deutschland sind Diskriminierung und Gewalt gegenüber Homosexuellen noch vielfach anzutreffen. Solange man sich nicht in der Öffentlichkeit dazu bekennt und zeigt, also unsichtbar bleibt ist „alles in Ordnung“. Alleine die Tatsache, dass man auch immer noch von einem Outing spricht zeigt, dass hier etwas als unnatürlich, nicht Normal angesehen wird. Das Heterosexuelle gilt als Norm für die man sich nicht explizit outet. Alles Andere ist nachrangig gedacht, wird damit auch nachrangig behandelt und von Vielen immer noch als minderwertig angesehen. Nicht nur im Fußball ist die schwule Sau als Schimpfwort und Abwertung noch allgegenwärtig.

Das ist schade. Denn nicht nur bei dem Teamsport Fußball sollte es um das gemeinsame Gewinnen gehen, sondern auch im Zwischenmenschlichen und anderen gesellschaftlichen Bezügen. Fragen zu stellen, sich auf andere Menschen und deren Lebenswirklichkeit einzulassen in Gesprächen. Ja, auch das ist im Fußball möglich.

ballspiel.vereint!