Ankündigung: „Hooligans – Eine Welt zwischen Fußball, Gewalt und Politik“ | Buchvorstellung

Montag, 12. März | 20:00 Uhr
Rekorder, Gneisenaustraße 55, 44147 Dortmund

Hooligans sind eine der ältesten Jugendkulturen in Deutschland. Seit 40 Jahren prügelt sich die Szene und erwies sich gegen alle Repression als enorm lernfähig. Über die Jahrzehnte hat sie sich ausdifferenziert, erneuert und zum Teil professionalisiert. Es sind nicht mehr die betrunkenen Schläger, die diese Szene prägen, sondern organisierte Fights von international vernetzten Kampfsportlern, wenngleich der Einfluss von Rechtsextremen unvermindert hoch bleibt. Die Gewalt russischer Hooligans bei der Euro 2016 in Frankreich erlaubte einen kurzen Einblick.

Robert Claus hat sich der Szene in seinem Buch intensiv gewidmet: Er sprach mit einem Ex-Hooligan in dessen Yoga-Studio über vergangene Jahrzehnte, recherchierte in russischen Internetforen, um die Vernetzung nach Deutschland zu analysieren und besuchte von Hooligans organisierte MMA-Events, um die Professionalisierung der Szene live zu beobachten. Auf der Veranstaltung wird er uns seine Eindrücke schildern, auch um über die Faszination von Gewalt und Folgen für die Präventionsarbeit zu diskutieren.

„Hooligans. Eine Welt zwischen Fußball, Gewalt und Politik“ (Verlag Die Werkstatt 2017)

Der Eintritt ist frei.


Organisatorischer Hinweis: Personen, die nazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der nazistischen oder der Hooligan-Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind bei allen Veranstaltungen und von der Ausstellung ausgeschlossen. Der Veranstalter wird von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Zutritt zur Ausstellung und den Veranstaltungen verwehren oder von diesen ausschließen.

Ankündigung: „Rechte Parteien vor der Bundestagswahl“ | Vortrag mit Diskussion

Dienstag, 19.09. | 20:30 Uhr
Rekorder, Gneisenaustraße 55, 44147 Dortmund

Am 24. September 2017 findet die nächste Bundestagswahl statt. Der Einzug der AfD gilt als sicher. Aktuelle Wahlumfragen sagen der Partei 7-8% der Stimmen voraus. Daneben treten weitere Parteien des extrem rechten Lagers zur Wahl an – darunter altbekannte wie die NPD oder die erst 2012 gegründete Partei „Die Rechte“. Sie alle eint ihre Hetze gegen gesellschaftliche Minderheiten – Muslime und Geflüchtete im Besonderen. Der Vortrag soll einen Überblick über die extrem rechten Parteien in der Bundesrepublik geben und dabei insbesondere folgende Fragen aufgreifen:

  • Von welchen extrem rechten Parteien sind Wahlerfolge zu erwarten?
  • Was kennzeichnet die Strukturen und Aktivitäten dieser Parteien?
  • Mit welchen Themen treten sie zur Bundestagswahl an?
  • Welche Rolle spielen extrem rechte Parteien in Nordrhein-Westfalen?

Von der „Alternative für Deutschland“ abgesehen wird keine Partei des extrem rechten Lagers in den nächsten Deutschen Bundestag einziehen. Der Vortrag befasst sich deshalb vordergründig mit den Inhalten, Strategien und Personalstrukturen der AfD und möchte folgende Fragen klären:

  • Mit welchen inhaltlichen Forderungen möchte die AfD in den Bundestag einziehen?
  • Wie ist die Entwicklung der Partei seit ihrer Gründung 2013 zu bewerten?
  • Welche Flügel gibt es in der AfD und über welchen Einfluss verfügen sie?
  • Wo und wie kooperiert die Partei mit anderen Akteuren der extremen Rechten?

Der Eintritt ist frei.

Organisatorischer Hinweis: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien
oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen
sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende
Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Bericht: Ultras – Wo Männer gemacht werden

Der Journalist und Geschlechterforscher Simon Volpers referierte auf Einladung von ballspiel.vereint! vor knapp 40 Leuten im Medienzentrum des Westfalenstadions zum Titel „Ultras – Wo Männer gemacht werden“. In seinem Vortrag widmete Volpers sich der Fragestellung, warum gerade junge Männer von dem Geschehen in Fankurven und Ultragruppen angezogen werden. Es sollte also geklärt werden, welchen Reiz die Fan- und Ultrakultur ausübt und inwiefern dieser Reiz sich auch durch Geschlechteridentitäten erklären lässt.

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Ankündigung: „Ultras – Wo Männer gemacht werden“ | Vortrag

flyerFreitag, 19. Mai | 19:30 Uhr
Pressekonferenzraum im Westfalenstadion, Strobelallee 50

Ultras-Gruppen scheinen einen besonderen Reiz auf junge Männer auszuüben. Trotz einer steigenden Feminisierung des Fußballsports insgesamt, wirkt der viel beschworene harte Kern der Fankurve vor dieser Entwicklung mehr oder weniger gefeit. Optimistische Schätzungen gehen zwar von mittlerweile etwa 10% weiblichen Ultras aus, vielerorts dürfte ihr Anteil aber eher gegen Null tendieren. Antisexistische Initiativen, linke Ultras und einzelne Frauengruppen sind dankenswerterweise angetreten diesen Status Quo zu verändern, offensichtlich stehen sie dabei aber vor einer gewaltigen Herausforderung.

Der Vortrag wird diese zunächst ausklammern und sich hingegen den allseits existenten, für die Ultraszene typischen Praxen und Einstellungen widmen. Dabei wird die Frage nach ihrer geschlechtlichen Aufladung zentral stehen: Was ist denn das, was einen besonderen Reiz auf junge Männer ausübt? Und warum tut es das? Der Vortrag wird eine Einführung in die Entwicklung männlicher Geschlechtsidentität geben, die am Beispiel der Ultras veranschaulicht wird. Aus einer geschlechtersoziologischen Perspektive sollen so Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Männern – und Frauen – in den Fankurven herausgearbeitet – und im Anschluss gerne diskutiert – werden.

Simon Volpers ist seit vielen Jahren Fußballfan, studiert Geschlechterforschung und hat u.a. zu Männlichkeitskonstruktionen im Strafvollzug geforscht. Als freier Journalist schreibt er u.a. zu Fußball und Politik.

Der Eintritt ist frei.

Organisatorischer Hinweis: Personen, die nazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der nazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen. Der Veranstalter wird von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Zutritt zur Veranstaltung verwehren oder von dieser ausschließen.

Bericht: Vortrag und Diskussion „Schwule Fotzen?! Sexismus, Homophobie und Selbstermächtigung“

Am Freitag, dem 10. Februar 2017, luden wir Antje Grabenhorst mit ihrem Vortrag „Schwule Fotzen?! Sexismus, Homophobie und Selbstermächtigung im Fußball“ ins nagelneue Medienzentrum im Westfalenstadion ein. Etwa 30 Menschen folgten der Einladung ebenfalls. In ihrer kurzen Einleitung wies die Referentin, selbst in einer Ultragruppe beheimatet, darauf hin, dass der Fokus des Vortrags auf der Ultra-Bewegung liege, obwohl Hooligans in diesem Themenfeld ebenfalls spannend seien.

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Ankündigung: „Schwule Fotzen?! Sexismus, Homophobie und Selbstermächtigung“ | Vortrag mit Diskussion

Freitag, 10. Februar | 20:00 Uhr
Pressekonferenzraum im Westfalenstadion, Strobelallee 50

Obwohl Gleichberechtigung heute kein Fremdwort mehr ist, viele Frauen und Queers ihren Platz im Stadion scheinbar gefunden haben, zeigt sich oft genug ein anderes Bild: Der Vortrag wird sich anhand verschiedener Beispiele mit der Problematik von Sexismus und Homophobie im Fußball- und Stadionkontext beschäftigen. Es wird den Fragen nachgegangen, in welcher Form Frauen an unterschiedlichsten Standpunkten mit Vorurteilen und Abwertungen begegnet wird, wie und warum aber auch gegnerischen Fans, Teams oder Schiris gerne sexistische und homophobe Sprüche an den Kopf geknallt werden. Was das alles mit gesellschaftlichen Bildern von Geschlecht zu tun hat und welche Möglichkeiten Fans bereits gefunden haben, um Beleidigungen, Abwertungen und einem unangenehmen Klima entgegenzuwirken, wird an diesem Abend herausgearbeitet.

Der Eintritt ist frei.

Organisatorischer Hinweis: Personen, die nazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der nazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen. Der Veranstalter wird von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Zutritt zur Veranstaltung verwehren oder von dieser ausschließen.

Bericht: „Nach dem Brand“ eine Veranstaltung von ballspiel.vereint!

Am 06.03.2016 lud die Initiative ballspiel.vereint! zu einer Veranstaltung mit Ibrahim Arslan, Überlebender des rechtsmotivierten Brandanschlags auf ein Mehrfamilienhaus in Mölln 1992, ein. Bereits am Tag zuvor luden wir ihn und eine Begleitung, mithilfe von Borussia Dortmund, zum Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern München ein. Ibrahim nutze die Gelegenheit um sich weiter zu vernetzen und ging mit Osman Taşköprü, dem Bruder des vom NSU ermordeten Süleyman Taşköprü ins Westfalenstadion. Am folgenden Sonntag schauten sich rund 70 Personen gemeinsam den Film „Nach dem Brand“ über die Zeit nach dem Brandanschlag mit drei Toten an, um im Anschluss mit Ibrahim Arslan, dessen Schwester Yeliz, Cousine Ayşe und Großmutter Bahide bei dem Anschlag starben, über sein Leben danach und über seine Arbeit gegen Rassismus zu sprechen.
Der Verein „Gegen Vergessen für Demokratie e.V.“ unterstützt Ibrahim Arslan bei seiner Arbeit und finanziert auch Veranstaltungen wie diese.

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Vortrag: Gedenkstättenfahrt nach Lublin – BVB-Fans auf den Spuren ermordeter Dortmunder Jüdinnen und Juden

Gestern fand im BVB-Lernzentrum die erste von zwei Veranstaltungen von ballspiel.vereint! im Rahmen der FARE-Wochen statt. Gegen 19 Uhr hatten sich schon etwa 70 Leute vor dem Stadion versammelt, um den Vortrag von Maik Schneider über die diesjährige Gedenkstättenfahrt nach Lublin zu hören. So war der Raum gut gefüllt, als die Veranstaltung eröffnet und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßt wurden.

Maik begann seinen Vortrag mit einer kurzen Dokumentation der ARD-Sendung „Kontraste“, die die unverhältnismäßigen und nicht stattfindenden Finanzierungsmaßnahmen der Politik in Bezug auf Gedenkstätten in Polen offenlegte. Anschließend erzählte er den Zuhörerinnen und Zuhörern von der einwöchigen Reise nach Lublin im Juni dieses Jahres, die vom Fanprojekt, der Fanbetreuung, der Fanabteilung, der Steinwache Dortmund und der Auslandsgesellschaft NRW organisiert worden war. Sein Vortrag beschrieb sowohl die grausamen Geschichten der Vernichtungs- und Konzentrationslager in Ostpolen, als auch die Art und Weise, wie heute mit diesen Orten des Schreckens umgegangen wird. Dabei wurde immer wieder deutlich, dass zwar an einigen Orten an die Opfer der Shoa in großem Rahmen erinnert wird, an anderen Orten aber auch Ignoranz und Gleichgültigkeit im Umgang mit der jüdischen Geschichte deutlich sichtbar sind. Nach dem etwa sechzig minütigen Vortrag war noch Zeit, die offen gebliebenen Fragen zu beantworten und über den Vortrag zu diskutieren. Am Ende wurde die Veranstaltung mit dem Aufruf beendet, über das Gehörte nachzudenken und zu überlegen, was wir daraus mitnehmen und wie wir dies nach außen tragen können. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen, die gestern da waren und hoffen, dass auch in der kommenden Woche bei dem zweiten Vortrag „Tradition verpflichtet? – Fußball und Antisemitismus in Deutschland“ zahlreiche Besucherinnen und Besucher den Weg ins Lernzentrum finden. In diesem Sinne: Kein Vergessen, kein Vergeben; für die Freiheit, für das Leben!

Nachbetrachtung des Vortrags von Gerd Dembowski

„Es gibt in Dortmund eine antirassistische Tradition, die man hochhalten kann“, sagt Gerd Dembowski. Im Rahmen der Ausstellung „Tatort Stadion“ hatte das Bündnis Dortmund gegen Rechts den Soziologen und Fanforscher nach Dortmund geholt. Zu seinem Vortrag im Presseraum des BVB sind über 85 Menschen gekommen, um zu hören, was Dembowski über das Thema „Diskriminierung und Antidiskriminierung im deutschen (Profi-) Fußball“ zu sagen hat. Und das klingt für die Vergangenheit sehr positiv. Stadiondurchsagen und Gesänge beim BVB gegen die Pogrome gegen Asylsuchende in Deutschland waren Auslöser für die erste Toleranz-Kampagne des DFB. Auf dem dazugehörigen Plakaten zu „Mein Freund ist Ausländer“ posierten mit den Dortmunder Spielern Stefan Reuter und Stéphane Chapuisat überwiegend Borussen. Darum spricht sich Dembowski dafür aus, diese positiven Dinge aus der BVB-Geschichte stark zu machen und nicht immer nur der Borussenfront Raum zu geben.

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