Die Vorfreude auf die Bundesliga steigt! Samstag geht es wieder los, der glorreiche Ballspielverein tritt im heimischen Westfalenstadion gegen die Fußballabteilung des Chemiekonzerns aus Leverkusen an. Als heimisch sehen wir allerdings nicht nur unser schwarz-gelbes Wohnzimmer an, sondern auch unsere Stadt. Und hier passieren am Samstag neben dem Spiel noch weitere schöne, aber auch widerliche Dinge. Fangen wir mit dem Schönen an:

Menschen unterschiedlichster sexueller Ausrichtungen feiern den alljährlich stattfinden Christopher Street Day (CSD) auf dem Reinoldikirchplatz. Bei dieser bunten Veranstaltung wird ein diskriminierungsfreies Weltbild proklamiert und gelebt. Ausgerichtet wird er vom slado e.V., aber auch die Rainbow Borussen, die fester Bestandteil von ballspiel.vereint! sind, werden dort am Start sein und freuen sich über Besuch. Die Auftaktkundgebung des CSDs startet um 14 Uhr, eine kleine Demonstration geht dann in die Nähe der Katharinentreppen, wo um 15 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden soll. Damit sind wir leider auch schon beim widerlichen Thema.

Die neonazistische Partei „Die Rechte“ wird auf eben diesen Katharinentreppen eine Kundgebung für den 2 Jahre zuvor verbotenen Nationalen Widerstand Dortmund (NWDO) abhalten. Der Dortmunder Ortsverband der Partei besteht zum Großteil aus eben jenem NWDO, welcher hier eine Möglichkeit gefunden hat, sich nach dem Verbot der Gruppe neu zu organisieren. Nazis setzen sich also wieder für das ein was ihnen am wichtigsten ist: sich selbst! In letzter Zeit versuchen sie vermehrt Stimmen im Umfeld von Borussia Dortmund zu sammeln, indem sie bspw. in Schwarz-Gelb auftreten oder mit der Südtribüne werben. Die örtliche Presse wird auf Bitten des Polizeipräsidenten kaum über die Kundgebung berichten, um ihnen möglichst wenig Öffentlichkeit zu geben. Eine gefährliche Taktik, durch die dieser Haufen in Dortmund erst so stark werden konnte. Gerade deshalb ist es uns wichtig wenigstens auf unseren Wegen darauf Aufmerksam zu machen. Ein weiterer Grund weshalb wir schreiben, ist die Tatsache, dass dieser zentrale Ort, direkt gegenüber vom Hauptbahnhof, Anreiseweg für sehr viele BVB Fans ins Stadion oder in die Innenstadt zum Vorbierchen sein wird.

“Die Rechte”, ihre Mitglieder und KundgebungsteilnehmerInnen sind für ein geschlossenes Weltbild bekannt, welches in krassem Kontrast zu den Werten steht, die der CSD, ballspiel.vereint! und Borussia Dortmund vermitteln möchten. Auch gelten sie als äußerst gewaltbereit und radikal. Gerade durch die Nähe beider Veranstaltungen besteht also eine unmittlerbare Gefahr für die Gäste des CSDs. Auch deshalb wird u.a. vom breiten Bündnis “BlockaDO” dazu aufgerufen den Kundgebungsplatz der Nazis ab 13 Uhr zu besetzen.

Wir als ballspiel.vereint! stehen für ein tolerantes Miteinander und Zusammenleben, das alle Menschen mit einschließt. In unserem Westfalenstadion, in den von uns bereisten Gästeblöcken und in unserem Dortmund! Die unerträgliche Hetze und Bedrohung der Nazis können wir also nicht hinnehmen. Daher möchten wir dem CSD unsere volle Solidarität aussprechen!

Also: Zuerst Flagge zeigen für Menschlichkeit und Toleranz, auf die Art und Weise die euch selbst am Liebsten ist und dann ins Stadion und Flagge schwenken für Borussia!

Nachtrag:
Um korrekt zu bleiben: In unserem Artikel berichten wir von einem „Schweigeabkommen“ zwischen „örtlichen Medien“ und der Polizei. Dies wurde bereits dementiert, allerdings erst nachdem der Bericht fertig war. Quelle

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