Wie Ende November bekannt wurde, wird Borussia Dortmund das Wintertrainingslager diese Saison in Dubai absolvieren. Diese Entscheidung weg vom spanischen La Manga ist sehr erstaunlich, hatte die Borussia doch noch Anfang des Jahres verlauten lassen, „ethische und soziale Standards“ seien wichtig und es würde „kein Spiel in einem Land absolviert, das breite Schichten der Bevölkerung diskriminiert, ihnen das Stadionerlebnis verbietet und sich einem Dialog über das Thema Menschenrechte kategorisch verweigert“. Eben diese Aussage wurde im Rahmen von Diskussionen um Bayerns Testspiele in Qatar und Saudi-Arabien getätigt. Allerdings stehen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), zu denen das Emirat Dubai gehört, solchen und anderen Staaten in der Diskriminierung von Frauen, Ausländern und nicht heterosexuellen Menschen in nichts nach.

So können homosexuelle Handlungen dort mit bis zu 10 Jahren Haft oder sogar der Todesstrafe geahndet werden. Auch der Ausschluss von Frauen von fast allen öffentlichen Ämtern und Veranstaltungen, die spätestens seit der WM-Vergabe an Qatar bekanntgewordenen menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen für Ausländer und die Unterdrückung von oppositionellen Stimmen in einem autokratischen System, steht in krassem Gegensatz zur antidiskriminierenden Satzung Borussia Dortmunds. Auch das Einreiseverbot für Juden und Israelis (oder Menschen die im Verdacht stehen welche zu sein), sollte einen Verein, der seit mehreren Jahren diverse Shoa-Gedenkstätten aufsucht, aufhorchen lassen.

So schön und gut es ist, sich in der eigenen Umgebung mit ethischen Standards zu rühmen und dort auch durchaus gute Arbeit zu leisten, der Blick darf nicht an der eigenen Stadt- oder Landesgrenze enden. Gerade in der globalisierten, vernetzten Welt von heute muss man, wenn man sich solche Grundsätze auf die Fahne schreibt, diese auch konsequent global hochhalten.

Wer von sich behauptet, und dies auch noch im Kontext dieses Trainingslagers, „lukrative Angebote“ ausgeschlagen zu haben, durch das Ablehnen „mehrere[r] Testspiel-Offerten aus Ländern in denen die Menschenrechts-Situation nicht mit den Maßstäben von Borussia Dortmund in Einklang zu bringen“ ist, der muss sich fragen lassen, ob er oben beschriebene Situation durchaus im Einklang mit den eigenen Maßstäben sieht oder einfach nur Augenwischerei betreibt.

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