ballspiel.vereint!

Initiative von BVB-Fans gegen Diskriminierung

Bericht: „Nach dem Brand“ eine Veranstaltung von ballspiel.vereint!

Am 06.03.2016 lud die Initiative ballspiel.vereint! zu einer Veranstaltung mit Ibrahim Arslan, Überlebender des rechtsmotivierten Brandanschlags auf ein Mehrfamilienhaus in Mölln 1992, ein. Bereits am Tag zuvor luden wir ihn und eine Begleitung, mithilfe von Borussia Dortmund, zum Bundesliga-Spitzenspiel gegen den FC Bayern München ein. Ibrahim nutze die Gelegenheit um sich weiter zu vernetzen und ging mit Osman Taşköprü, dem Bruder des vom NSU ermordeten Süleyman Taşköprü ins Westfalenstadion. Am folgenden Sonntag schauten sich rund 70 Personen gemeinsam den Film „Nach dem Brand“ über die Zeit nach dem Brandanschlag mit drei Toten an, um im Anschluss mit Ibrahim Arslan, dessen Schwester Yeliz, Cousine Ayşe und Großmutter Bahide bei dem Anschlag starben, über sein Leben danach und über seine Arbeit gegen Rassismus zu sprechen.
Der Verein „Gegen Vergessen für Demokratie e.V.“ unterstützt Ibrahim Arslan bei seiner Arbeit und finanziert auch Veranstaltungen wie diese.

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Ankündigung: Film und Diskussion „Nach dem Brand“

Sonntag, 6. März 2016
Einlass um 16 Uhr, Beginn 16:30 Uhr
Eintritt ist frei

Ibrahim Arslan war 7 Jahre alt, als Neonazis am 23.11.1992 einen Brandanschlag auf das Wohnhaus seiner Familie durchführten. Er verlor an diesem Tag seine Schwester Yeliz, seine Cousine Ayse und seine Großmutter Bahide.„Nach dem Brand“ ist eine Filmdokumentation über den Umgang der Familie Arslan mit den Folgen dieses Verbrechens. In der anschließenden Diskussion wollen wir uns weiter mit der Opferperspektive beschäftigen.

In Kooperation mit Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. und gefördert durch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Vielen Dank an Borussia Dortmund für die Räumlichkeit und die Logistik.

Organisatorischer Hinweis: Personen, die nazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der nazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen. Der Veranstalter wird von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Zutritt zur Veranstaltung verwehren oder von dieser ausschließen.

Stellungnahme zum Wintertrainingslager

Wie Ende November bekannt wurde, wird Borussia Dortmund das Wintertrainingslager diese Saison in Dubai absolvieren. Diese Entscheidung weg vom spanischen La Manga ist sehr erstaunlich, hatte die Borussia doch noch Anfang des Jahres verlauten lassen, „ethische und soziale Standards“ seien wichtig und es würde „kein Spiel in einem Land absolviert, das breite Schichten der Bevölkerung diskriminiert, ihnen das Stadionerlebnis verbietet und sich einem Dialog über das Thema Menschenrechte kategorisch verweigert“. Eben diese Aussage wurde im Rahmen von Diskussionen um Bayerns Testspiele in Qatar und Saudi-Arabien getätigt. Allerdings stehen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), zu denen das Emirat Dubai gehört, solchen und anderen Staaten in der Diskriminierung von Frauen, Ausländern und nicht heterosexuellen Menschen in nichts nach.

So können homosexuelle Handlungen dort mit bis zu 10 Jahren Haft oder sogar der Todesstrafe geahndet werden. Auch der Ausschluss von Frauen von fast allen öffentlichen Ämtern und Veranstaltungen, die spätestens seit der WM-Vergabe an Qatar bekanntgewordenen menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen für Ausländer und die Unterdrückung von oppositionellen Stimmen in einem autokratischen System, steht in krassem Gegensatz zur antidiskriminierenden Satzung Borussia Dortmunds. Auch das Einreiseverbot für Juden und Israelis (oder Menschen die im Verdacht stehen welche zu sein), sollte einen Verein, der seit mehreren Jahren diverse Shoa-Gedenkstätten aufsucht, aufhorchen lassen.

So schön und gut es ist, sich in der eigenen Umgebung mit ethischen Standards zu rühmen und dort auch durchaus gute Arbeit zu leisten, der Blick darf nicht an der eigenen Stadt- oder Landesgrenze enden. Gerade in der globalisierten, vernetzten Welt von heute muss man, wenn man sich solche Grundsätze auf die Fahne schreibt, diese auch konsequent global hochhalten.

Wer von sich behauptet, und dies auch noch im Kontext dieses Trainingslagers, „lukrative Angebote“ ausgeschlagen zu haben, durch das Ablehnen „mehrere[r] Testspiel-Offerten aus Ländern in denen die Menschenrechts-Situation nicht mit den Maßstäben von Borussia Dortmund in Einklang zu bringen“ ist, der muss sich fragen lassen, ob er oben beschriebene Situation durchaus im Einklang mit den eigenen Maßstäben sieht oder einfach nur Augenwischerei betreibt.

Ankündigung: Buchvorstellung „Zurück am Tatort Stadion“

Eine Veranstaltung von ballspiel.vereint! mit Unterstützung des BVB
Es handelt sich um eine Kombination aus Lesung, Vortrag und Diskussion.Zu Pavel Brunßen:
Er hält Vorträge und veröffentlicht zu den Themen Fußball, Fans und Politik. Sein Arbeitsschwerpunkt ist Diskriminierung und Antidiskriminierung in Fußball-Fanszenen. Seit 2013 ist er Chefredakteur von „Transparent – Magazin für Fußball und Fankultur“ (www.transparent-magazin.de). In „Zurück am Tatort Stadion“ ist (von Robert Claus und ihm) der Beitrag „Rechtsextremismus und Fanszenen – ein analytischer Blick auf die gesellschaftlichen Strukturen“ erschienen.

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Organisatorischer Hinweis:
Personen, die nazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der nazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen. Der Veranstalter wird von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Zutritt zur Ausstellung und den Veranstaltungen verwehren oder von diesen ausschließen.

Rote Erde – Kein Platz für Nazis!

Foto: Westline.de

Am vergangenen Donnerstag waren, wie schon von mehreren Quellen berichtet, 25 Neonazis aus dem Umfeld der Borussenfront und der Partei „Die Rechte“ beim Vorbereitungsspiel unserer Amateure beim Lüner SV. Dank des engagierten Eingreifens von Teilen der Ultraszene konnte gewährleistet werden, dass die Neonazis das Spiel in Lünen nicht als Wohlfühlzone erlebt haben. Doch der Versuch Stadionbesuche der Zweiten Mannschaft als Teil der rechten Erlebniswelt zu etablieren, wird schon seit Längerem unternommen. Vor allem bei Spielen der Amateure die parallel mit Bundesligaspielen der Profis stattfinden, wittern Neonazis ihre Chance sich ungestört mit Borussia Dortmund zu schmücken. Im Rahmen der letzten beiden Spiele der zweiten Mannschaft unserer Borussia in der abgelaufenen Saison der Dritten Liga, welche ausschließlich parallel zu Spielen der Profimannschaft stattfanden, zeigten vermehrt einschlägig bekannte Personen aus der Neonazi-Szene Dortmunds Präsenz. Beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden am 16.05.2015 bewegten sich Nazi-Kader der Schein-Partei „Die Rechte“, die sich hauptsächlich aus Mitgliedern des verbotenen „Nationalen Widerstands Dortmund“ zusammensetzt, sowie Teile der Borussenfront im Umfeld der Roten Erde.

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Second-Fan-Shirt: Erste Spendenerlöse übergeben

Das „Bündnis Aktiver Fußball-Fans“ (BAFF) hatte im Oktober vergangenen Jahres dazu aufgerufen alte Fanutensilien zu sammeln, um diese dann bei eBay zu verkaufen. ballspiel.vereint! hatte in Kooperation mit der Fanabteilung die Organisation der Aktionen rund um Heimspiele von Borussia Dortmund im Westfalenstadion übernommen und viele BorussInnen nutzten die Gelegenheit alte Schätze und längst vergessene Staubfänger für den guten Zweck abzugeben. Von dem Erlös der Schals, Trikots und Fahnen sollten Projekte unterstützt werden, die geflüchtete Menschen unterstützen. Mit 2.000 Euro, die auf diese Art und Weise zusammen gekommen sind, wurden nun Leipziger Initiativen mit Vorbildcharakter supportet.

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Protest-Camp in Dortmund

Seit dem 9. Juni sorgt in Dortmund ein Protest-Camp von syrischen Geflüchteten für Aufsehen. Die Organisatoren konnten aus ihrer Heimat vor dem Islamischen Staat und den damit verbundenen kriegerischen Auseinandersetzungen entkommen und in Deutschland einen Antrag auf Asyl stellen. Deren Anträge befinden sich allerdings noch im Status der Bearbeitung. Die Protestierenden haben keine Gewissheit darüber, ob ihnen Asyl gewährleistet werden wird oder nicht. Die Bearbeitungsdauer von Asylanträgen ist in Dortmund wohl deutlich länger als an anderen Standorten. Die Betroffenen haben aufgrund des unsicheren Aufenthaltsstatus nicht die Möglichkeit ihre Familien legal nach Deutschland zu holen. Sie sind nach wie vor mit einem Alltag aus Krieg und Verfolgung konfrontiert. Spätestens Berichte von Familien, die während der schleppenden Verfahren vollständig in Syrien getötet wurden, machen die Dramatik unmissverständlich deutlich. Eine Situation, die sich die meisten Menschen in Deutschland derzeit wohl kaum vorstellen können. Ziel der Protestierenden ist, dass sich die Bearbeitungszeit beschleunigt. Einige der Geflüchteten warten schon mehr als acht Monate auf die Aufenthaltsgenehmigung. Des Weiteren richtet der Protest sich gegen das Dubliner-Abkommen, jene EU-Verordnung, die bestimmt, dass ein Asylgesuch nur in dem Land der jeweiligen EU-Einreise möglich ist und die Verantwortung für Asyl zu großen Teilen den südeuropäischen Länder zuschiebt.

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Jahresrückblick 2014

Von Gedenkstättenfahrten und einer Ausstellung im BORUSSEUM bis hin zu vielfältige Aktionen im Rahmen der FARE-Wochen: Das Jahr 2014 aus der Sicht von ballspiel.vereint!

Los ging es am 27. Januar traditionell mit dem „Tag gegen das Vergessen“ im BORUSSEUM, an dem auch Mitglieder von b.v! teilnahmen. Am diesem Tag im Jahre 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit, und auch 69 Jahre später sind die Opfer des Nationalsozialismus nicht vergessen. Zusammen mit der BVB-Stiftung „Leuchte Auf“, dem Fanprojekt, der Fanabteilung und den Fanbeauftragten organisierte das BORUSSEUM einen gleichsam interessanten wie kurzweiligen Abend. So schilderten zwei Teilnehmer ihre Eindrücke der letztjährigen Gedenkstättenfahrten und BVB-Archivar Gerd Kolbe skizzierte die Geschichte des jungen Dortmunders Karl Büttner zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs.

Im Februar wurde es digital: Unter www.ballspielvereint.org lassen sich seither alle Infos rund um b.v! im Netz finden. Parallel dazu kann man uns auch bei Facebook und Twitter folgen. Ein paar Wochen später folgte ein ausführliches Interview mit dem Fanzine schwatzgelb.de (hier nachzulesen). Darin ging es um die Ziele und Motive der Initiative, die Arbeit gegen Diskriminierung und Rassismus im Umfeld des BVB, sowie um Aktionen, die im Laufe des Jahres noch folgen sollten.

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ballspiel.vereint! zieht ein positives Fazit aus den FARE – Wochen

Wir, die Initiative ballspiel.vereint!, sind begeistert ob der großen Resonanz unserer Aktionen während der „FARE People Action Weeks“. Die vielen positiven Rückmeldungen zu unseren Aktionen, aber auch die sehr gut besuchten Vorträge zeigen uns, dass unserer Arbeit viel Unterstützung entgegengebracht wird. Wir sind mehr als zufrieden mit dem Verlauf der FARE Wochen in Dortmund und möchten an dieser Stelle das Vergangene Revue passieren lassen.

Natürlich begannen die Vorbereitungen bereits Wochen vor Beginn der Aktionswochen, sodass wir alle dem 07.10. entgegengefieberten, an welchem wir mit einem Vortrag über die Erinnerung an die Shoah im ehemaligen Distrikt Lublin in die FARE Wochen starteten. Der Vortrag war sehr gut besucht, mehr als 70 Menschen kamen ins BVB Lernzentrum im Süden des Westfalenstadions, um dem rund einstündigen Vortrag zu folgen. Der Vortrag berichtete den Zuhörer/innen über eine im Sommer stattgefundene Gedenkstättenfahrt in die im Osten Polens gelegene Stadt Lublin, bei der mehr als 30 BVB Fans die dortigen Stätten der Erinnerung an die Verbrechen der Deutschen besuchten. Der Abend wurde nach einigen Rückfragen an den Referenten und dem Hinweis auf die im nächsten Jahr erneut stattfindenden Gedenkstättenfahrten in das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz und in den ehemaligen Distrikt Lublin beendet.

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Vortrag: Gedenkstättenfahrt nach Lublin – BVB-Fans auf den Spuren ermordeter Dortmunder Jüdinnen und Juden

Gestern fand im BVB-Lernzentrum die erste von zwei Veranstaltungen von ballspiel.vereint! im Rahmen der FARE-Wochen statt. Gegen 19 Uhr hatten sich schon etwa 70 Leute vor dem Stadion versammelt, um den Vortrag von Maik Schneider über die diesjährige Gedenkstättenfahrt nach Lublin zu hören. So war der Raum gut gefüllt, als die Veranstaltung eröffnet und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßt wurden.

Maik begann seinen Vortrag mit einer kurzen Dokumentation der ARD-Sendung „Kontraste“, die die unverhältnismäßigen und nicht stattfindenden Finanzierungsmaßnahmen der Politik in Bezug auf Gedenkstätten in Polen offenlegte. Anschließend erzählte er den Zuhörerinnen und Zuhörern von der einwöchigen Reise nach Lublin im Juni dieses Jahres, die vom Fanprojekt, der Fanbetreuung, der Fanabteilung, der Steinwache Dortmund und der Auslandsgesellschaft NRW organisiert worden war. Sein Vortrag beschrieb sowohl die grausamen Geschichten der Vernichtungs- und Konzentrationslager in Ostpolen, als auch die Art und Weise, wie heute mit diesen Orten des Schreckens umgegangen wird. Dabei wurde immer wieder deutlich, dass zwar an einigen Orten an die Opfer der Shoa in großem Rahmen erinnert wird, an anderen Orten aber auch Ignoranz und Gleichgültigkeit im Umgang mit der jüdischen Geschichte deutlich sichtbar sind. Nach dem etwa sechzig minütigen Vortrag war noch Zeit, die offen gebliebenen Fragen zu beantworten und über den Vortrag zu diskutieren. Am Ende wurde die Veranstaltung mit dem Aufruf beendet, über das Gehörte nachzudenken und zu überlegen, was wir daraus mitnehmen und wie wir dies nach außen tragen können. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen, die gestern da waren und hoffen, dass auch in der kommenden Woche bei dem zweiten Vortrag „Tradition verpflichtet? – Fußball und Antisemitismus in Deutschland“ zahlreiche Besucherinnen und Besucher den Weg ins Lernzentrum finden. In diesem Sinne: Kein Vergessen, kein Vergeben; für die Freiheit, für das Leben!