ballspiel.vereint!

Initiative von BVB-Fans gegen Diskriminierung

ballspiel.vereint! zieht ein positives Fazit aus den FARE – Wochen

Wir, die Initiative ballspiel.vereint!, sind begeistert ob der großen Resonanz unserer Aktionen während der „FARE People Action Weeks“. Die vielen positiven Rückmeldungen zu unseren Aktionen, aber auch die sehr gut besuchten Vorträge zeigen uns, dass unserer Arbeit viel Unterstützung entgegengebracht wird. Wir sind mehr als zufrieden mit dem Verlauf der FARE Wochen in Dortmund und möchten an dieser Stelle das Vergangene Revue passieren lassen.

Natürlich begannen die Vorbereitungen bereits Wochen vor Beginn der Aktionswochen, sodass wir alle dem 07.10. entgegengefieberten, an welchem wir mit einem Vortrag über die Erinnerung an die Shoah im ehemaligen Distrikt Lublin in die FARE Wochen starteten. Der Vortrag war sehr gut besucht, mehr als 70 Menschen kamen ins BVB Lernzentrum im Süden des Westfalenstadions, um dem rund einstündigen Vortrag zu folgen. Der Vortrag berichtete den Zuhörer/innen über eine im Sommer stattgefundene Gedenkstättenfahrt in die im Osten Polens gelegene Stadt Lublin, bei der mehr als 30 BVB Fans die dortigen Stätten der Erinnerung an die Verbrechen der Deutschen besuchten. Der Abend wurde nach einigen Rückfragen an den Referenten und dem Hinweis auf die im nächsten Jahr erneut stattfindenden Gedenkstättenfahrten in das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz und in den ehemaligen Distrikt Lublin beendet.

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Vortrag: Gedenkstättenfahrt nach Lublin – BVB-Fans auf den Spuren ermordeter Dortmunder Jüdinnen und Juden

Gestern fand im BVB-Lernzentrum die erste von zwei Veranstaltungen von ballspiel.vereint! im Rahmen der FARE-Wochen statt. Gegen 19 Uhr hatten sich schon etwa 70 Leute vor dem Stadion versammelt, um den Vortrag von Maik Schneider über die diesjährige Gedenkstättenfahrt nach Lublin zu hören. So war der Raum gut gefüllt, als die Veranstaltung eröffnet und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßt wurden.

Maik begann seinen Vortrag mit einer kurzen Dokumentation der ARD-Sendung „Kontraste“, die die unverhältnismäßigen und nicht stattfindenden Finanzierungsmaßnahmen der Politik in Bezug auf Gedenkstätten in Polen offenlegte. Anschließend erzählte er den Zuhörerinnen und Zuhörern von der einwöchigen Reise nach Lublin im Juni dieses Jahres, die vom Fanprojekt, der Fanbetreuung, der Fanabteilung, der Steinwache Dortmund und der Auslandsgesellschaft NRW organisiert worden war. Sein Vortrag beschrieb sowohl die grausamen Geschichten der Vernichtungs- und Konzentrationslager in Ostpolen, als auch die Art und Weise, wie heute mit diesen Orten des Schreckens umgegangen wird. Dabei wurde immer wieder deutlich, dass zwar an einigen Orten an die Opfer der Shoa in großem Rahmen erinnert wird, an anderen Orten aber auch Ignoranz und Gleichgültigkeit im Umgang mit der jüdischen Geschichte deutlich sichtbar sind. Nach dem etwa sechzig minütigen Vortrag war noch Zeit, die offen gebliebenen Fragen zu beantworten und über den Vortrag zu diskutieren. Am Ende wurde die Veranstaltung mit dem Aufruf beendet, über das Gehörte nachzudenken und zu überlegen, was wir daraus mitnehmen und wie wir dies nach außen tragen können. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen, die gestern da waren und hoffen, dass auch in der kommenden Woche bei dem zweiten Vortrag „Tradition verpflichtet? – Fußball und Antisemitismus in Deutschland“ zahlreiche Besucherinnen und Besucher den Weg ins Lernzentrum finden. In diesem Sinne: Kein Vergessen, kein Vergeben; für die Freiheit, für das Leben!

Die Initiative ballspiel.vereint! nimmt an den Fare Football People weeks 2014 teil

ballspiel.vereint! wird gemeinsam mit tausenden anderen europäischen Gruppierungen in diesem Monat die Öffentlichkeitswirksamkeit des Fußballs nutzen, um geschlossen gegen Diskriminierung Stellung zu beziehen und sich zu „Football People“ zu erklären. Die “Fare action weeks” bringen Gruppierungen aller Größenordnung aus mehr als 40 Ländern zusammen, die gemeinsam durch den Fußball Diskriminierung bekämpfen und Vielfalt zelebrieren wollen.

ballspiel.vereint! und Fare sind der Überzeugung, dass der Fußball, als wichtigste und präsenteste Sportart der Welt, uns allen gehört und sämtliche Grenzen aufzubrechen vermag. Wir alle sind „Football People“!

Zwischen dem 9. und dem 23. Oktober werden sowohl Amateur- als auch Profifußballer, einschließlich der Nationalmannschaften während der UEFA Europameisterschaftsqualifikationen, an der Kampagne beteiligt sein und so Fans rund um den Globus erreichen können.

In Dortmund werden während der der Fare People weeks mehrere Aktionen stattfinden. Neben Aktionen während der Spiele unserer Borussia, wird ballspiel.vereint! zwei Vorträge organisieren. Am 07.10. wird ein Vortrag über einen Gedenkstättenbesuch von BVB-Fans im polnischen Lublin stattfinden, bei dem die heutigen und die möglichen zukünftigen Arten der Erinnerung an die Shoah vorgestellt werden. Am 14. Oktober folgt ein Vortrag unter dem Titel „Tradition verpflichtet?“, der die Verbindungen zwischen Fußball und Antisemitismus in Deutschland aufzeigen wird. Beide Veranstaltungen beginnen um 19.09 im BVB Lernzentrum unter der Südtribüne des Westfalenstadions. Der Eintritt ist frei.

„Die action weeks sind eine sehr inspirierende Zeit, in der Diskriminierung und Ausgrenzung durch die Basis des Fußballs thematisiert werden. Wir erwarten mehr als 2000 Aktionen und die „football People“ Bewegung wächst ständig weiter, sodass dieses Jahr auch die Aktionen von ballspiel.vereint! unsere Aktionen ergänzen werden.“, sagte Fare Geschäftsführer Piara Powar.

„Wir freuen uns sehr auf die bevorstehenden Aktionen während der „Fare action weeks“. Natürlich werden wir danach unsere Aktionen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung nicht einstellen, wir kämpfen für eine Fanszene, in der sich jede und jeder wohlfühlen kann. Im Stadion und auch sonst nirgends darf jemand auf Grund seiner Herkunft, seiner Hautfarbe, seiner Religion oder seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden.“, so die Organisierenden von ballspiel.vereint! über ihre Ziele und Pläne für die Zukunft.

ballspiel.vereint! möchte jede/n ermuntern, sich an den Aktionen zu beteiligen, die Veranstaltungen zu besuchen und somit an der größten Veranstaltungsreihe im Bereich Antidiskriminierung in Europa teilzunehmen. „Gemeinsam können wir im Fußball und durch den Fußball Veränderungen schaffen.“, so die Organisierenden weiter.
Für weitere Informationen über die „Football People weeks“ besuchen Sie www.farenet.org oder informieren Sie sich über die Social Media Plattformen facebook und twitter unter: www.facebook.com/farenetwork und https://twitter.com/farnet.

Gegen ausgrenzendes Gedankengut, im Westfalenstadion und anderswo!

Wat is los am Spieltach-Samstach?

Die Vorfreude auf die Bundesliga steigt! Samstag geht es wieder los, der glorreiche Ballspielverein tritt im heimischen Westfalenstadion gegen die Fußballabteilung des Chemiekonzerns aus Leverkusen an. Als heimisch sehen wir allerdings nicht nur unser schwarz-gelbes Wohnzimmer an, sondern auch unsere Stadt. Und hier passieren am Samstag neben dem Spiel noch weitere schöne, aber auch widerliche Dinge. Fangen wir mit dem Schönen an:

Menschen unterschiedlichster sexueller Ausrichtungen feiern den alljährlich stattfinden Christopher Street Day (CSD) auf dem Reinoldikirchplatz. Bei dieser bunten Veranstaltung wird ein diskriminierungsfreies Weltbild proklamiert und gelebt. Ausgerichtet wird er vom slado e.V., aber auch die Rainbow Borussen, die fester Bestandteil von ballspiel.vereint! sind, werden dort am Start sein und freuen sich über Besuch. Die Auftaktkundgebung des CSDs startet um 14 Uhr, eine kleine Demonstration geht dann in die Nähe der Katharinentreppen, wo um 15 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden soll. Damit sind wir leider auch schon beim widerlichen Thema.

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Keep Football Dirty! Celebrate Rivalries, Fight Discrimination!

Sommerpause, die triste Jahreszeit für all jene, die dem runden Leder sonst im steten Rhythmus der Wochenenden hinterherreisen. Aus jener Tristesse und dem Schland-Rot-Goldenen Freudentaumel konnte eine rund 40-köpfige Reisegruppe, zusammengesetzt aus BVB-Fans verschiedenster Gruppierungen und Strömungen, für fünf Tage ausbrechen und hatte die Möglichkeit bei der 18. Auflage der „Mondiali Antirazzisti“ in der Nähe von Bologna an den Start zu gehen. Besonders im Fokus stand für die mitreisenden Akteure der Initiative ballspiel.vereint! dabei auch die Mitgestaltung des von Football Supporters Europe (FSE) veranstalteten europäischen Fankongresses, der erstmalig gemeinsam mit der Mondiali stattfand. Bei einer der Veranstaltungen des Fankongresses bekamen zwei Vertreter von ballspiel.vereint! bei einer Podiumsdiskussion unter dem Motto „Keep Football Dirty! Celebrate Rivalries, Fight Discrimination!“ die Möglichkeit, die Arbeit der Initiative, aktuelle Probleme und Zukunftsperspektiven vorzustellen. Neben ihnen waren auch Vertreter_innen anderer Fanszenen, die sich in ihrer alltäglichen Arbeit für eine Fanszene und Gesellschaft ohne Rassismus, Homophobie, Antisemitismus und sämtliche andere Formen von Ausgrenzung engagieren, an der Diskussion beteiligt. An dieser Stelle sollte ergänzend angemerkt werden, dass sich das Thema, auf Grund der Aktualität der Berichte und der vielfältigen Aktionsformen von Fans gegen Ausgrenzung, leicht verschob und der Fokus vor allem auf dem Austausch über verschiedenste Projekte und der Planung zukünftiger Vorgehensweisen lag.

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1.Mai Dortmund blockiert schwatz-gelb!

Für den 1. Mai 2014 hat der Dortmunder Kreisverband der Partei “Die Rechte” (Nachfolger der verbotenen Kameradschaft “Nationaler Widerstand Dortmund”, kurz: NWDO) zu einer großen Demonstration in unserer Stadt aufgerufen. Dieser gilt es entgegen zu treten, um einen Naziaufmarsch in Dortmund zu verhindern. Bereits zum wiederholten Male versuchen Neonazis ihre nationalsozialistische Ideologie auf die Straße zu tragen und in Dortmund ihren Müll zu verbreiten. Es liegt an uns, dies zu verhindern und als Bewohner*innen Dortmunds dem braunen Spuk ein Ende zu bereiten.

Um das zu gewährleisten, hat sich ein breites Bündnis gefunden, dass sich zum Ziel gesetzt hat, durch Sitzblockaden eine Demonstration der Neonazis unmöglich zu machen.

Das Bündnis “BlockaDO” setzt sich aus verschiedenen Spektren des gesellschaftlichen Lebens zusammen. Zum einen finden sich auf der Unterstützer*innenliste antifaschistische Gruppen wieder, zum anderen einige etablierte Parteien, Vereine und Einzelpersonen. Sie alle vereint das Ziel den Aufmarsch am 1. Mai effektiv zu blockieren. Dabei stützt sich das Bündnis auf die Erfahrungen der letzten Jahre. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass Neonazi-Aufmärsche am besten verhindert werden können durch eine große Zahl an Menschen, die dem Nazi-Aufmarsch entgegen treten und auf der Straße Platz nehmen, um gemeinsam friedlich den Faschist*innen den Weg zu versperren.

Wir als ballspiel.vereint! unterstützen den Aufruf des Bündnis BlockaDO den Naziaufmasch durch Sitzblockaden zu verhindern und als Zivilgesellschaft in Dortmund den Nazis den Raum zu nehmen, fremdenfeindliche Parolen zu verbreiten. Also schnappt euch eure Freund*innen, BVB-Fahne, Schal oder Trikot, ein gutes Fanzine oder einen Fußball, macht es euch auf der Demonstrationsroute gemütlich und verhindert den Aufmarsch der Rechtsradikalen. Sowohl in Dresden, Köln als auch vergangenes Wochenende in Berlin hat das funktioniert, warum sollten wir uns diese Aufgabe nicht zutrauen?

Nachbetrachtung des Vortrags von Gerd Dembowski

„Es gibt in Dortmund eine antirassistische Tradition, die man hochhalten kann“, sagt Gerd Dembowski. Im Rahmen der Ausstellung „Tatort Stadion“ hatte das Bündnis Dortmund gegen Rechts den Soziologen und Fanforscher nach Dortmund geholt. Zu seinem Vortrag im Presseraum des BVB sind über 85 Menschen gekommen, um zu hören, was Dembowski über das Thema „Diskriminierung und Antidiskriminierung im deutschen (Profi-) Fußball“ zu sagen hat. Und das klingt für die Vergangenheit sehr positiv. Stadiondurchsagen und Gesänge beim BVB gegen die Pogrome gegen Asylsuchende in Deutschland waren Auslöser für die erste Toleranz-Kampagne des DFB. Auf dem dazugehörigen Plakaten zu „Mein Freund ist Ausländer“ posierten mit den Dortmunder Spielern Stefan Reuter und Stéphane Chapuisat überwiegend Borussen. Darum spricht sich Dembowski dafür aus, diese positiven Dinge aus der BVB-Geschichte stark zu machen und nicht immer nur der Borussenfront Raum zu geben.

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Eröffnung Tatort Stadion 2 / Heinrich Czerkus Lauf

 Der diesjährige Karfreitag – für viele BVB-Fans aufgrund des Heinrich-Czerkus-Laufes ein fester Termin im Kalender – wurde in der vergangenen Woche zusätzlich mit der Eröffnung der Ausstellung “Tatort Stadion 2” bereichert.
Obwohl der offizielle Teil erst um halb 12 beginnen sollte, hatten sich schon viele Interessierte mit Öffnung des BORUSSEUM eingefunden, um sich die unterschiedlichen Stellwände und Exponate anzuschauen. Die Ausstellung stellt in verschiedenen Bereichen diverse Arten von Diskriminierung vor, wie z.B. Sexismus, Homophobie, Alltagsrassismus, Antisemitismus oder Antiziganismus. Andere Bereiche beschäftigen sich mit den Akteuren wie der organisierten rechten Szene, Hooligans, dem DFB oder den Medien und auch die Position von Ultras wird hier beleuchtet. Interessierten Besucher_innen werden eine Reihe von Fotos auffallen, mit denen die Ausstellung ergänzt wurde, die positive und negative Vorfälle in Dortmund zeigen.
Als Dr. Rauball sowie ein Vertreter von ballspiel.vereint! um halb 12 die Ausstellung eröffneten, waren die Räume des BORUSSEUM sehr gut gefüllt. Dr. Rauball sprach auf einer persönlichen Ebene, er betonte, wie sich juristische und gesellschaftliche Verhältnisse seit den 70er Jahren geändert und zum Besseren hin gewandelt haben, außerdem betonte er als Präsident des Vereins zugleich, dass er erfreut sei, die Ausstellung in Dortmund zu sehen und machte deutlich, dass auch Borussia Dortmund sich seiner Verantwortung bewusst sei. Neben der Ausrichtung der Arbeit der Fanbetreuer, die sich vermehrt dem Thema Anti-Diskriminierung widmen, hat sich der e.V. dazu entschlossen, einen organisierten Neonazikader aus dem Verein auszuschließen. Sicherlich nur ein kleiner Schritt, den Zuhörer_innen dürfte aber deutlich geworden sein, dass sich der BVB endlich bewusst ist, dass er handeln muss und dies auch anfängt zu tun.
Dies stellt ebenfalls der Verteter von ballspiel.vereint! heraus. In seiner Rede wurde darauf eingegangen, warum die Ausstellung nach Dortmund geholt wurde und welche Absicht mit ihr verfolgt wird. Auch wenn in den letzten Jahren die Sensibilität für Diskriminierung im Stadion-Umfeld gestiegen ist und es dadurch auch zu weniger Ausfällen gekommen ist, gibt es nach wie vor genügend negative Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit. Durch die Ausstellung soll zur Thematik weiterhin informiert und aufgeklärt werden. Des Weiteren ging in der Rede noch ein Dank für die Zusammenarbeit an das BORUSSEUM und die Stiftung „leuchte auf“, die uns tatkräftig unterstützt haben. Auch an das Bündnis Dortmund gegen Rechts, welches die Wanderausstellung ebenfalls nach Dortmund holen wollte, ging ein Gruß. Das Bündnis organisiert nun den Vortrag “Diskriminierung und Antidiskriminierung im deutschen (Profi-) Fußball” von Gerd Dembowski, der im Pressekonferenzraum im Westfalenstadion stattfinden wird. Beginn ist am Donnerstag, den 24.04.2014 um 19:09 Uhr. Ebenfalls wurde das boat people project dankend genannt, welches am Freitag, den 25.04.2014, ebenfalls um 19:09 Uhr das Theaterstück “Steh deinen Mann” im KCR Dortmund (Braunschweiger Str. 22) aufführen wird.
Die Ausstellung kann noch bis zum 28.04. im BORUSSEUM besucht werden, jeweils von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt zur Sonderausstellung ist frei, wenn ihr ausschließlich diese besuchen wollt. Wer zusätzlich das BORUSSEUM oder die Stadiontour sehen möchte, zahlt dafür den üblichen Preis.

Nach der Eröffnung der Ausstellung folgte nun zum 10. Mal der Heinrich-Czerkus-Lauf. Rund 250-300 Wanderer machten sich um 13 Uhr auf den Gedenkmarsch in die Bittermark. Mittlerweile hat sich hier ein gewisser Stamm herausgebildet, aber von Jahr zu Jahr kommen neue junge BVB-Fans hinzu, um an dem Gedenklauf teilzunehmen. In der Bittermark selbst gesellten sich neben den Wanderern auch diejenigen dazu, die die Strecke gejoggt oder mit dem Rad gefahren waren, um den Reden und den Kranzniederlegungen zu folgen. Der Heinrich-Czerkus-Lauf endet in der Bittermark, wo traditionell eine große Gedenkveranstaltung der Stadt Dortmund stattfindet. Diese erinnert an die Opfer der sogenannten Karfreitagsmorde der Nationalsozialisten (am Karfreitag 1945, kurz vor Kriegsende). Opfer der Karfreitagsmorde wurden neben Heinrich Czerkus auch die Borussen Fritz Weller und Franz Hippler.

Tatort Stadion 2

Vom 18.4 bis 27.4 holt ballspiel.vereint! die Ausstellung Tatort Stadion nach Dortmund.

„2001 wurde die Ausstellung Tatort Stadion vom Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF) entwickelt und seitdem an fast zweihundert Orten gezeigt. Die Ausstellung leistete Pionierarbeit, indem sie Diskriminierung beim Fußball thematisierte.
Seitdem hat sich viel getan. Diskriminierung wird von vielen Vereinen und Fans mittlerweile als Problem wahrgenommen und angegangen. Dennoch werden in deutschen Stadien nach wie vor allwöchentlich AusländerInnen beschimpft, antisemitische und antiziganistische Gesänge angestimmt oder Homosexuelle verunglimpft. Frauen haben es im Männersport Fußball weiterhin schwer, akzeptiert zu werden.
Die komplett überarbeitete Ausstellung Tatort Stadion 2 will informieren – sowohl über alltägliche Diskriminierung und Aktivitäten von Neonazis als auch darüber, was Fans dagegen tun.“( tatortstadion.blogsport.de )

Die Ausstellung Tatort Stadion kommt nun erstmalig nach Dortmund. Auf Initiative von ballspiel.vereint! wird die Ausstellung von Karfreitag, 18.04. bis einschließlich Sonntag, 27.04. im BORUSSEUM, also direkt im Westfalenstadion gezeigt. Der Eintritt zur Ausstellung und allen Veranstaltungen wird kostenfrei möglich sein. Spenden zugunsten von b.v! sind natürlich sehr gerne gesehen. Wer auch die Dauerausstellung des BORUSSEUM sehen oder an der Stadiontour teilnehmen möchte, zahlt den normalen Eintritts- bzw. Führungspreis.
Zum zehnten Mal jährt sich der Gedenklauf für den Widerstandskämpfer gegen Hitler und ehemaligen Platzwart von Borussia Dortmund, Heinrich Czerkus. Dies wird der Startpunkt für die Ausstellung sein. Von 10 Uhr bis zum Startschuss (etwa 13 Uhr) wird das BORUSSEUM die Sonderaustellung öffnen, danach werden wir zusammen in die Bittermark spazieren, joggen oder radeln.

Am 21.4., also Ostermontag startet um 17:30 Uhr eine Führung rund um den Borsigplatz mit dem Titel „Der BVB, Nazis und Widerstand.“ Dieser führt unter anderem an die Wohnhäuser von Heinrich Czerkus, Fritz Weller und Franz Hippler, die Albertus-Magnus-Kirche, in der Pfarrer Lepper verhaftet wurde, und die ehemalige Kneipe des von der Borussenfront vertriebenen „Erbse“ Erdmann („BVB-Walzer“). Diese Führung wird von Annette Kritzler durchgeführt. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, bitten wir um Anmeldungen unter info@ballspielvereint.org

Das Bündnis Dortmund gegen Rechts wird am Donnerstag, den 24. April einen Vortrag mit Gerd Dembowski veranstalten. Das Thema lautet „Diskriminierung und Antidiskriminierung im deutschen (Profi-) Fußball“. Immer wieder erscheinen neonazistische Auswüchse im Profi-und Amateurfußball in der öffentlichen Diskussion. Aber was bleibt außer Empörung und einigen symbolpolitischen Maßnahmen? Was können Fans, Vereine und Verbände tun, um einen sozial-inklusiven Klimawandel zu fördern?
Anschließend wird eine Diskussionsrunde stattfinden. Der Beginn ist um 19:09 Uhr, der Veranstaltungsort wird im Westfalenstadion sein. weitere Informationen www.gerd-dembowski.de

Am Freitag, den 25.4. um 19:09 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) zeigen wir das Theaterstück STEH DEINEN MANN von Christopher Weiss. www.boatpeopleprojekt.de/stuecke/steh-deinen-mann
Das Stück präsentiert auf humorvolle Weise eine fiktive Sportler- Biografie aus dem Amateur-Dorffußballleben. Konfrontiert mit einer Statistik 10% aller Männer seien homosexuell macht sich Fußballfan Matthias auf die Suche nach dem aktiven »schwulen Superspieler«.
Dies wird im KCR Dortmund, Braunschweiger Straße 22 in 44145 Dortmund, in direkter Nähe zum Nordmarkt stattfinden. Auch für das Theaterstück bitten wir aufgrund begrenzter Plätze, um eine Anmeldung unter info@ballspielvereint.org .

Nach der Ausstellung, am Montag, den 28.04., rufen wir dazu auf eine Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die deportierten Jüdinnen und Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg zu besuchen. Die Gedenkveranstaltung startet um ca. 18 Uhr und ist für ca. 30-45 Minuten geplant. Ein Teil der Veranstaltung wird von Borussia-Fans beigesteuert werden, die an einer vom BVB organisierten Gedenkstättenfahrt teilnehmen. Diese führt unter anderem ins Vernichtungslager Sobibor und ins Konzentrationslager Majdanek. Diese Veranstaltung wird nicht von uns geplant oder durchgeführt, wir unterstützen sie aber gern durch Anwesenheit und diesen Aufruf.

Gerahmt von den beiden Gedenkveranstaltungen, welche schon seit vielen Jahren durchgeführt werden, wird Tatort Stadion 2 also fast zwei Wochen Station in Dortmund machen. Das BORUSSEUM öffnet täglich um 10 Uhr und schließt um 18 Uhr.
Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher_innen und werden bei der Ausstellung durchgehend mindestens eine_n Ansprechpartner_in vor Ort haben, welche euch bei Fragen zu Tatort Stadion 2, zu Diskriminierung oder zu Fußball weiterhelfen kann.

Personen, die nazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der nazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind bei allen Veranstaltungen und von der Ausstellung ausgeschlossen. Der Veranstalter wird von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den Zutritt zur Ausstellung und den Veranstaltungen verwehren oder von diesen ausschließen.

VFB Stuttgart – Borussia Dortmund// Borussia Dortmund 2 -Preußen Münster (14Uhr Stadion Rote Erde)

Foto: BVB Fanabteilung

Nächstes Wochenende ist es wieder so weit: Der Ballspielverein Borussia von 1909 gastiert beim VFB Stuttgart in Bad Cannstatt zum 28. Spiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft 2014.
Zu diesem Anlass werden am Samstag tausende Schlachtenbummler_innen den Weg zum Neckarstadion in Angriff nehmen, um ihren jeweiligen Verein nach Kräften zu unterstützen. Die im weiten Rund Anwesenden werden ihr Möglichstes dafür geben, dass die Vertreter ihrer Farben auf dem Grün mindestens einmal mehr als die Anderen das Runde im Eckigen unterbringen.
So weit die Theorie, in der Praxis sieht das allerdings anders aus!
Wiedereinmal sieht sich die Dortmunder Fanszene mit Eintrittspreisen jenseits des guten Geschmacks konfrontiert. Bereits im letzten Jahr mussten wir für den Besuch des Spiels zwischen dem VFB Stuttgart und dem Ballspielverein tiefer in die Tasche greifen, als es uns lieb war. Unter Protest taten es die meisten, wenn sie denn eine Wahl hatten, trotzdem.
Dieses Jahr nicht. Wiederholt kostet das Tagesticket für 90 Minuten Abstiegskampf des VFB für uns Fans aus Westfalen inklusive Vorverkaufsgebühren über 20 Euro. Diesen Umstand nehmen die Dortmunder Ultras rund um die Gruppe The Unity in dieser Spielzeit zum Anlass, auf den Besuch des Spiels der ersten Mannschaft des BVB beim VFB zu verzichten.
Stattdessen schlägt The Unity allen Schwarz-Gelben vor, mit ihnen das Spiel der Zweitvertretung des Ballspielvereins in der Roten Erde gegen Preußen Münster zu besuchen:

„Wir wollen am 29. März nicht auf ein Stadionerlebnis verzichten! Wir wollen an diesem Samstag nicht auf Borussia verzichten! Lasst uns an diesem Spieltag erneut die Rote Erde gemeinsam rocken. Jeder, dem die überteuerten Eintrittspreise des VfB zuwider sind, ist eingeladen sich uns anzuschließen. Jeder, der die weite Fahrt nach Stuttgart eh nicht eingeplant hatte, fühle sich aufgefordert zum Heimspiel an die Strobelallee zu kommen.“ (The Unity)

Es ist natürlich schwierig zu sagen, wie viel Geld ein Bundesligaspiel wert ist. Was sollte man bereit sein zu zahlen um ein Bundesligaspiel im Stadion verfolgen zu dürfen? Wo ist die Schmerzgrenze erreicht?
Das alles hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab und ist am Ende immer wieder aufs Neue eine individuelle Entscheidung, die niemandem abgenommen werden kann.
Doch sollte auch klar sein, dass mit jedem Euro, die der Stadionbesuch teurer wird, die Entscheidung gegen das Spiel im Stadion einfacher wird. Kurzfristig lässt sich so etwas natürlich kompensieren. Wer am Samstag nicht nach Stuttgart fährt, wird ersetzt durch jemanden, der eine höhere Zahlungsbereitschaft an den Tag legt. Ein Gesetz des Marktes, das auch im Fußball nicht zu umgehen ist.

Die Vereine haben ein Monopol auf Eintrittskarten ihrer Heimspiele. Sie versuchen durch ihre Preispolitik ihre gegebenen Kapazitäten möglichst voll auszuschöpfen und dabei den größtmöglichen Gewinn zu erwirtschaften. Durch die Preispolitik, die der VFB Stuttgart nun fährt, wird Publikum, das für gewöhnlich die Tribünen bevölkert und belebt verdrängt und zahlungsfähigeres Publikum wird diese Plätze dafür einnehmen. Dieser Prozess beginnt natürlich nicht erst bei Preisen von 20,00 Euro und mehr, sondern ab dem ersten Euro, der als Eintritt verlangt wird.
Das besondere dabei ist nun jedoch, dass genau die Menschen vom Stadionbesuch absehen, die sonst das Stadion beleben, mit Fahnen bereichern und mit Gesängen das Spiel nach vorne treiben.
Es sind also genau die Menschen, die Bundesligafußball erst wirklich attraktiv machen.
Es ist eine unrühmliche Methode die der VFB anwendet um die schwarz-gelbe Kuh zu melken.

ballspiel.vereint! Unterstützt den Aufruf der Gruppe THE UNITY das Spiel unserer Profis beim VFB nicht zu besuchen und sich stattdessen lieber mit Freund_innen auf ein Bier in der Roten Erde zu treffen, um unsere Amateure gegen Preußen Münster siegen zu sehen.
Die Vereine werden erst aufhören an der Preisschraube zu drehen, wenn sie merken, dass durch ihre Preispolitik genau die Menschen aus ihrem Stadion ausgeschlossen wurden, die vorher Anreiz für viele andere waren das Stadion zu besuchen.
Love Borussia – Don’t be a cow!