16.07.2015

Rote Erde - Kein Platz für Nazis!

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Foto: Westline.de

Am vergangenen Donnerstag waren, wie schon von mehreren Quellen berichtet, 25 Neonazis aus dem Umfeld der Borussenfront und der Partei "Die Rechte" beim Vorbereitungsspiel unserer Amateure beim Lüner SV. Dank des engagierten Eingreifens von Teilen der Ultraszene konnte gewährleistet werden, dass die Neonazis das Spiel in Lünen nicht als Wohlfühlzone erlebt haben. Doch der Versuch Stadionbesuche der Zweiten Mannschaft als Teil der rechten Erlebniswelt zu etablieren, wird schon seit Längerem unternommen. Vor allem bei Spielen der Amateure die parallel mit Bundesligaspielen der Profis stattfinden, wittern Neonazis ihre Chance sich ungestört mit Borussia Dortmund zu schmücken. Im Rahmen der letzten beiden Spiele der zweiten Mannschaft unserer Borussia in der abgelaufenen Saison der Dritten Liga, welche ausschließlich parallel zu Spielen der Profimannschaft stattfanden, zeigten vermehrt einschlägig bekannte Personen aus der Neonazi-Szene Dortmunds Präsenz. Beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden am 16.05.2015 bewegten sich Nazi-Kader der Schein-Partei "Die Rechte", die sich hauptsächlich aus Mitgliedern des verbotenen "Nationalen Widerstands Dortmund" zusammensetzt, sowie Teile der Borussenfront im Umfeld der Roten Erde.

Mit deutlich mehr Personen besuchte die zweifelhafte Prominenz des Dortmunder Ortverbands "Die Rechte", darunter ihr aktueller Stadtratsvertreter, und die Borussenfront das Auswärtsspiel der Amateure bei Preußen Münster am 23.05.2015. Während dieses Spiels standen sie sogar während der gesamten ersten Halbzeit im Gästeblock des Preußenstadions, hinter einer Fahne mit der Aufschrift "Borussenfront – Ein Mythos stirbt nie!"

Auffällig erscheint uns, dass die Nazis in erster Linie parallel zur Profimannschaft angesetzte Spiele offen besuchten, um somit anscheinend der Fan- und Ultraszene aus dem Weg zu gehen. Daher müssen alle Teile des BVB wachsam bleiben, um schon frühzeitig eine langfristige Präsenz der Nazis rund um unseren Ballspielverein zu unterbinden. Die Nähe zum BVB suchen die Rechtsradikalen der Partei "Die Rechte" nicht erst seit Kurzem. Immer wieder versuchen sie eine Nähe zu Borussia zu inszenieren. Bekannteste Beispiele sind sowohl die Wahlkampagne unter dem Motto "Von der Sütribüne in den Stadtrat" als auch ein Twitter-Post, in dem man angab, man wäre gespannt auf das nächste Derby, nachdem sie behauptet hatten, dass Fans aus Gelsenkirchen eine ihrer Demonstrationen blockiert hätten. Erfreulicherweise gab es in diesen Fällen seitens des BVB und der Fanszene passende Antworten. Weitere oftmals eher peinliche Beispiele, wie etwa das ständige Auftreten in gelben T-Shirts oder öffentliche Glückwunschbekundungen bei sportlichen Erfolgen, erregen kein solches Medienecho wie die beiden zuerst genannten Aktionen. Offenbar fühlen sich die Neonazis herausgefordert und versuchen zwanghaft irgendwo anzudocken um sich in der BVB- Familie neue Freunde zu machen. Die Rechtsradikalen rund um die Partei "Die Rechte" nutzen nun die Borussenfront, die sich überraschenderweise auch mit Nachwuchs präsentiert, als Türöffner zur Lebenswelt Borussia Dortmund. Fraglich ist, in wieweit die Borussenfront dabei überhaupt dienlich sein kann, aber, dass diese sich der Aufgabe dankend annimmt, sollte niemanden mehr wundern.

Es liegt weiterhin an uns den Nazis unser Wohnzimmer nicht zum Wohlfühlort werden zu lassen. Um dies zu verhindern werden wir nicht nur den eingeschlagenen Weg fortführen, sondern anstreben, die Zusammenarbeit mit allen BorussInnen zu intensivieren. Die jüngsten Entwicklungen in der Ultraszene und im Verein stimmen uns mehr als positiv. Nur zusammen können wir uns dem braunen Pack entgegenstellen und die BVB-Familie vor Rechtsradikalen schützen.